Leiter des Arbeitskreises, Prof. Dr. Bernhard Wolf
| Christian Scholze / VDE BayernNicht effizient genug, zu wenig am Patienten orientiert, von zu vielen Interessensgruppen beeinflusst und allgemein zu träge: Kritik an unserem Gesundheitssystem, die oft zu hören ist. Auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim AKML-Sommerabend des VDE-Netzwerks Medizintechnik & LifeScience Electronic am 9. Juni 2026 konnten sich schnell auf diese Punkte als größte Mängel einigen. "Wie bekommen wir unser Gesundheitswesen wieder flott?", diese Überschrift hatten die Organisatoren der Veranstaltung gegeben - eine Frage, die an einem Abend selbstverständlich nicht beantwortet oder gar gelöst werden kann. Doch dank guter und erfahrener Fachleute brachte die Diskussion im Waldgasthof Buchenhain interessante Informationen und Ideen mit.
Geld sei im System eigentlich genug vorhanden, es werde nur schlecht verteilt und oft auch falsch eingesetzt, postulierte Dr. Axel Fischer, der als Mediziner und langjähriger Geschäftsführer der städtischen Münchner Krankenhäuser (München Klinik) fundierte Einblicke mitbrachte. Jedoch seien erforderliche und sinnvolle Reformen kaum politisch durchsetzbar, weil es immer mindestens eine Bürgergruppe gebe, die sich massiv dagegen wehre, so Fischer. Setze etwa ein Lokalpolitiker die Schließung eines kleinen, aus ökonomischer und auch aus medizinischer Sicht nicht mehr tragbaren Krankenhauses durch, laufe eine Interessensgemeinschaft so lange dagegen Sturm, bis der Lokalpolitiker bei der nächsten Wahl abgestraft und abgewählt werde - das habe er inzwischen öfters erlebt. Kaum eine Politikerin, kaum ein Politiker setze sich freiwillig dieser Gefahr aus.