Prof. Dr. Gerhard Elsbacher
| Jonas Kron / VDEDie Komplexität sowohl von Drohnenangriffen als auch von Drohnenabwehr steige in rasantem Tempo an, so Elsbacher, der Experte für KI-gestützte Luftfahrttechnik und an der THI Forschungsprofessor in diesem Bereich ist. Längst sei es üblich, dass Angriffe nicht mehr von einzelnen Drohnen, sondern von großen Schwärmen, oft aus 50 bis 100 einfachen Drohnen bestehend, ausgeführt würden, um zunächst die gegnerische Luftabwehr zu zermürben. Erst danach kämen teure, präzise Drohnen zum Einsatz, um gezielt strategische Ziele anzugreifen. Entsprechend müsse auch die Abwehr angepasst werden. Derzeit würden so genannte "Swarm Defence Tactics" entwickelt, um kooperativen Angriffen von Drohnenschwärmen auch kooperative Verteidigungsschwärme entgegensetzen zu können.
Künstliche Intelligenz sei bei der Drohnenabwehr schon heute ein unverzichtbarer Bestandteil und stehe gemeinsam mit Cyber-Werkzeugen, neuartigen Radarsystemen und C2-Systemen zur Echtzeit-Lageerfassung und Befehlsübermittlung im Zentrum der Entwicklungen. Besonders wichtig seien auch skalierbare, wirtschaftliche Lösungen, um die Abwehr mit großen Drohnenschwärmen überhaupt finanzierbar zu machen, führte Elsbacher weiter aus. Passend zu dieser Thematik gibt es beim VDE seit kurzem den Bereich "VDE Defense", der sich speziell mit der Resilienz technischer Infrastrukturen und militärischen Technologien beschäftigen wird.