Rund 30 Interessierte waren in den Seminarsaal des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in München gekommen, weitere 15 Teilnehmer waren im Livestream dabei. Ihnen erklärte Dipl.-Ing. (FH) Manuel Soria Parra, stellvertretender Vorsitzender des ASB München/Oberbayern, wie sich das Wesen des Rettungsdienstes im Laufe der Jahrzehnte grundlegend geändert hat. So sei es anfangs vor allem darum gegangen, Patienten zu retten und schnell ins Krankenhaus zu bringen; heute liege der Fokus längst darauf, Patienten direkt am Unfallort optimal zu versorgen. Dafür sei zuverlässige Medizinelektronik essenziell. Auch der Arbeitsschutz der Sanitäterinnen und Sanitäter stehe immer mehr im Mittelpunkt, das sei an der Trage gut zu sehen: Diese war anfangs einfach und leicht, wurde dann aber immer massiver, um auch schwere Patientinnen und Patienten transportieren zu können. Dadurch hätte das Personal aber auch immer schwerer tragen müssen, was oft zu Rückenproblemen geführt habe. Heute sei eine Trage ein kompliziertes, medizintechnisches Gerät mit unterschiedlichsten mechatronischen Unterstützungs- und Einstellmöglichkeiten.
Die Anwesenden konnten das an der elektronischen Trage, die der Referent mit in den Saal gebracht hatte, direkt testen - ebenso einige andere Ausstattungsteile aus dem RTW, darunter ein Krankentransportstuhl, der mit Raupenbändern über Treppen fahren kann, und verschiedene Geräte zur Überwachung von Vitalparametern. Demnächst könne er dann auch ein Exoskelett mit zu so einer Besichtigung bringen, das Helfer beim Heben von Personen mechatronisch unterstütze, so Soria Parra; Exoskelette würden zurzeit im Rettungsdienst erprobt. Unter der Moderation von Prof. Dr. Bernhard Wolf, Technische Universität München und Steinbeis-Transferzentrum Medizinische Elektronik, wurden danach Fragen aus dem Saal und von den Online-Teilnehmern beantwortet und diskutiert." Höhepunkt des Abends war anschließend die Besichtigung des ITW, mit dem intensivpflichtige Patientinnen und Patienten zwischen Krankenhäusern transportiert werden. Der ITW des ASB ist einer von nur sechs ITW in ganz Bayern, voller Medizintechnik und Elektronik. Mitten in der Besichtigung des eindrucksvollen Fahrzeugs tönte der Alarm und die Besatzung rollte mit dem ITW unter Blaulicht vom Hof - Rettungsdienst live für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer.